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Knorr-Bremse setzt Prognose für das Geschäftsjahr 2020 aus

27. März 2020

  • Prognose für Geschäftsjahr 2020 wird wegen der unkalkulierbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise ausgesetzt
  • Temporäre Werksschließungen bei Kunden und Lieferanten haben erheblich zugenommen
  • Umfangreiches Maßnahmenprogramm zur Ertragsstabilisierung und Sicherstellung der Lieferfähigkeit wurde eingeleitet
  • Liquiditätserhöhung um 750 Mio. EUR schafft zusätzlichen Handlungsspielraum
  • Dividendenpolitik soll, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung, für das Geschäftsjahr 2019 unverändert gelten

Die Prognose der Knorr-Bremse AG für das Geschäftsjahr 2020, die das Unternehmen auf der Jahrespressekonferenz am 11. März 2020 veröffentlicht hat, war unter dem Vorbehalt begrenzter Einflüsse der Ausbreitung des COVID-19 erstellt worden. In den vergangenen zwei Wochen haben die negativen Einflüsse der COVID-19 Krise an Bedeutung zugenommen und zahlreiche Annahmen obsolet gemacht. Unter anderem haben Kunden und Lieferanten in vielen Teilen der Welt temporäre Werksschließungen vorgenommen. Nach heutiger Einschätzung des Vorstands ist daher eine verlässliche Abschätzung des weiteren Geschäftsverlaufs derzeit nicht mehr möglich. Daher wird die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurückgenommen. Der Vorstand erwartet nunmehr einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und EBITDA gegenüber 2019.

Bernd Eulitz, Vorstandsvorsitzender der Knorr-Bremse AG: „Die Ausbreitung der Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf unsere Geschäftsabläufe haben in den vergangenen Tagen deutlich an Dynamik gewonnen. Der Schutz unserer Mitarbeiter und die Sicherstellung der Lieferfähigkeit haben für uns erste Priorität. Gleichzeitig werden wir mit einem konsequenten Maßnahmenprogramm die wirtschaftlichen Auswirkungen für Knorr-Bremse so gering wie möglich halten und damit die Robustheit des Unternehmens unter Beweis stellen.“

Knorr-Bremse reagiert mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, um in dem herausfordernden Umfeld die Stabilität des Unternehmens zu sichern:

  • Über die zum Jahresende 2019 nach vorläufigen Ergebnissen bestehende Liquidität in Höhe von mehr als 1,8 Mrd. Euro hinaus wird Knorr-Bremse zusätzliche Kreditlinien in Höhe von 0,75 Mrd. Euro in Anspruch nehmen. Damit vergrößert das Unternehmen seinen operativen Handlungsspielraum. Zum Jahresende 2019 bestand eine Netto-Cash-Position in Höhe von rund 320 Mio. EUR.
  • Zur Ertragsstabilisierung werden Personal- und andere Maßnahmen ergriffen, die auf den Vorbereitungen im Jahr 2019 aufbauen:
    • Um auch kurzfristig auf rückläufige Kundenabrufe reagieren zu können, wurden mit den Betriebsräten in Deutschland Betriebsvereinbarungen zur Beschäftigungssicherung unterzeichnet, die eine zeitnahe Einführung von Kurzarbeit an einzelnen Standorten in Deutschland ermöglicht.
    • An den übrigen europäischen Standorten wurden vergleichbare Maßnahmen vereinbart.
    • In Nord- und Südamerika wurde ebenfalls ein Kostenprogramm aufgesetzt, das auch Personalabbaumaßnahmen beinhaltet.

Die rasche Erholung in China, wo die Werke von Knorr-Bremse den Betrieb wieder zu 97% aufgenommen haben, zeigt, dass mit entsprechenden Maßnahmen auch in anderen von COVID-19 betroffenen Märkten die Lieferfähigkeit nach möglichen Unterbrechungen mit gewissen Einschränkungen weitgehend wiederhergestellt werden kann.

Trotz der aktuellen Herausforderungen plant Knorr-Bremse, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung, nach dem guten Geschäftsverlauf in 2019 und aufgrund der robusten Finanzsituation für das vergangene Jahr an der Dividendenpolitik (Ausschüttungsquote von 40 bis 50% des Konzernjahresüberschusses) festzuhalten. Der Dividendenvorschlag wird nach Billigung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat am 21.04.2020 bekanntgegeben.

 

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